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Hara / Tanden

am .

Michelangelos David in Florenz

Hara bedeutet etwa soviel wie „Bauch“, damit meint man den Bereich vom Magen bis zum Unterleib. Gemeint ist aber nicht die Körperfülle an sich, sondern das Zentrum oder die körperlich geistige Mitte des Menschen.

Man unterteilt den Hara in Magen und Kikai (Gegend unter dem Nabel). Im Kikai befindet sich der Körperschwerpunkt des Menschen (Tanden). Aus physikalischer Sicht haben alle Bewegungen in den Kampfkünsten ihren Ursprung im Tanden. Daher spricht man in Japan gerne vom Kikai Tanden, dem „Meer der Energie“.

Hara gilt als körperlich geistiges Zentrum

In den asiatischen Kampfkünsten hat Hara aber eine viel weiter reichende Bedeutung als unser westlicher Begriff vom Bauch. Hara gilt als körperlich geistiges Zentrum. Man spricht in diesem Zusammenhang vom Mann mit (ohne) Bauch, oder vom Mann, der mit dem Bauch fertig (nicht fertig) ist, vom Mann mit großem (kleinen) Bauch, oder vom Mann mit breitem (engen) Bauch. Jedoch ist hier nicht der Bauch als solcher gemeint, sondern beschreibt immer einen Wesenszug desjenigen, von dem man spricht.

Mann mit fertigem Bauch

Das Zentrum des Leibes ist in der japanischen Auffassung das Zentrum des Menschen schlechthin. Hara ist der Ausdruck der seelischen Grundbeschaffenheit des Menschen. Die oben genannten Redewendungen geben also Auskunft darüber, ob ein Mensch sich in seiner „Mitte“ befindet oder nicht.

Das „sich in der Mitte befinden“ ist aber keine natürliche Veranlagung, sondern das Ergebnis jahrelanger Übung in einer Wegkunst (Do). Erst wenn das Ergebnis dieser Wegübung in der (geistigen) Haltung sichtbar wird, spricht man vom Mann mit fertigem Bauch.

Im Gegensatz dazu spricht man bei einem „unreifen“ Menschen vom Mann mit unfertigem Bauch. Mangelt es also an Selbsterkenntnis, Selbstdisziplin, Selbstlenkung usw. so handelt es sich um einen Menschen mit „unfertigem“ Bauch.

Kampfkunst ohne Hara ist keine Kampfkunst

Ein Mensch mit „unfertigem“ Bauch kann andere nicht führen. Nicht nur in den Kampfkünsten sondern auch im „richtigen“ Leben. Hara no dektite hito (der Mann mit fertigem Bauch) bezeichnet einen Menschen, der, wie wir im „Westen" sagen würden, mitten im Leben steht und sich zu bewähren weiß.

Die Übung des Hara liegt allen Kampfkünsten zugrunde und ist ein grundlegendes Prinzip, ohne das der Sinn der Kampfkünste verloren geht. Kampfkunst ohne Hara ist keine Kampfkunst sondern Kampfsport.

In den Kampfkünsten äußert sich Hara als Bewegungsprinzip in der Ganzkörperbewegung. Egal welche der Wegkünste man beschreitet, ob Kampfkunst (Budo) oder Teetrinken (Chado), Blumenstecken (Ikebana) oder Kaligraphie (Shodo) immer ist es das Gleiche:

„Was geschieht, muss immer mit Hara geschehen“!

Quelle: Werner Lind - "Ostasiatische Kampfkünste, Das Lexikon"

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