Japanische Lebensart

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„Flunker“-Floskeln?

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In Japan spielt die zwischenmenschliche Harmonie eine herausragende Rolle. Aus Angst diese zu stören, vermeiden viele Japaner direkte bzw. offene Meinungsäußerungen. Dieses typische Verhaltensmuster ist auch als Trennung von honne und tatemae bekannt.
Honne bezeichnet die wahren Gefühle, während tatemae für die Meinung steht, die man öffentlich vertritt. Im Alltag ist jedoch oft das tatemae wichtiger als das honne, Um somit die Gefühle der Mitmenschen nicht zu verletzen und eine entspannte Atmosphäre zu bewahren.

Ablehnung drücken Japaner nie direkt aus

Das soll nicht heißen, dass Japaner andauernd zu Notlügen greifen. Die wahren Gefühle werden in Japan nur nicht so deutlich ausgelebt, wie in der westlichen Welt. Kritik z.B. schlucken Japaner oft herunter oder formulieren sie sehr ausweichend, etwa indem zunächst Lob oder Zustimmung ausgedrückt werden.

Eine typische Floskel lautet beispielsweise „sore mo ino desga“ – etwa: „Ja, das ist auch gut, aber…“. Auch Ablehnung drücken Japaner nie direkt aus. So wird man zum Beispiel Sätze wie „Sie haben unrecht“ oder „Nein, das ist falsch“ genauso wenig hören wie kleinliche Verbesserungen nach Fehlern, da ein solches Verhalten bei dem Angesprochenen großes Unbehagen auslöst.
Stattdessen sind Sätze üblich wie: „so kamo shiremasenga, demo…“ – „Es könnte so sein, aber ….“ oder „sore wa chotto…“, also etwa: „Sie haben ein bisschen recht, aber…“

Nach Harmonie bestrebt

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Man ist in Japan sehr danach bestrebt, den allgegenwärtigen Zustand der Eintracht unbedingt zu bewahren. Man hat sich an die Regeln zu halten, ansonsten läuft man Gefahr, dass man sein Gesicht verliert, und man sich so inmitten von Chaos statt Harmonie befindet. Solch flapsige „westliche“ Bemerkungen wie „ich möchte etwas trinken“ sind genauso unangebracht wie spontane und unbeherrschte Handlungen.

Indirektheit ist eine fundamentale Höflichkeitsstrategie

Ein höflicher Japaner wartet solange geduldig, bis er gefragt wird, ob er Durst hat. Angebotenes wird in Japan aus Höflichkeit grundsätzlich erst einmal abgelehnt. Da eine direkte Ablehnung aus japanischer Sicht aber wiederum hart klingt und somit den Gesprächspartner in Verlegenheit bringt, greift der Japaner schließlich zu Äußerungen, welche die Europäer Ausreden nennen würden.

Das Ja und Nein

Ein einfaches „Nein“ wird man in Japan sehr selten hören, stattdessen in vielen Situationen eher etwas wie: „darüber sollten wir noch einmal nachdenken“ oder schlicht und einfach - gar nichts. Indirektheit ist eine fundamentale Höflichkeitsstrategie des Japanischen.

Da ist es mit dem „Ja“ schon ganz anders. Dieses Wort fällt unter japanischen Gesprächspartnern pausenlos. Doch auch ein „Ja“ ist nicht gleich einem „Ja“. Und nicht immer beantwortet es eine Frage positiv. Es bedeutet meist: „ich höre dir zu“. Es soll also zeigen, dass man seinem Gegenüber die volle Aufmerksamkeit widmet.

Um Entschuldigung bitten

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Viele europäische Gäste wundern sich immer wieder, wie oft man sich im Japanischen entschuldigt. Doch auch hier liegt die Sache etwas anders. Wird dem Japaner z.B. eine Tür aufgehalten, so sagt er etwa Sumimasen, was soviel bedeutet wie: „Es tut mir leid, dass Du für mich Mühe und Zeit aufgewendet hast“. Das kommt einem „Danke“ im Deutschen etwa gleich.

Etikette

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Im Alltag bemühen sich die meisten Japaner, möglichst viel Rücksicht auf ihre Mitmenschen zu nehmen: In der U-Bahn beispielsweise wird der Klingelton des Handys ausgestellt, nicht telefoniert und nur SMS bzw. E-Mails verschickt – aber das dann mit großer Leidenschaft.
Haben Japaner sich eine Erkältung eingefangen, tragen viele eine Maske (Mundschutz), um andere nicht anzustecken.
Unpünktlichkeit wird gar nicht gerne gesehen, genauso wie Essen und Trinken während des Gehens. Ein Schluck aus der Wasserflasche im schwülen Sommer geht aber in Ordnung.

Für die Toilette gibt es besondere Pantoffeln

Im Großen und Ganzen ist die japanische Kultur sehr gastfreundlich und zum Glück im Umgang mit Ausländern ausgesprochen entgegenkommend.
Wenn auch von einem fremdländischen Gast nicht erwartet wird, dass er sich mit den japanischen Gepflogenheiten auskennt, so sollte man doch einige Dinge beachten, wenn man beabsichtigt, sich einige Zeit in Japan aufzuhalten.

Schuhe aus!

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Wenn man in Japan eine Wohnung, ein Gasthaus oder einen Tempel betritt, ziemt es sich, die Straßenschuhe vorher auszuziehen. Die Schuhe werden traditionell so abgestellt, dass die Spitzen von der Wohnung weg zeigen. Für Gäste stehen meist Pantoffeln bereit. Falls nicht, wird der Raum in Socken betreten. Für das Betreten der Toilette gibt es besondere Pantoffeln. Diese sind jedoch unbedingt bei Verlassen der Toilette wieder auszuziehen.

Erstmal Nase putzen - oder doch nicht...?!

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Das Naseputzen in der Öffentlichkeit wird verschmäht. Einige Japaner ziehen stattdessen die Nase hoch. Und obwohl dieses Benehmen oft als Zeichen der Selbstdisziplin gelobt wird, sind aber viele Japaner - und vor allem Japanerinnen - auch nicht gerade begeistert von diesem Geräusch. Am besten man geht zum Nase putzen auf die Toilette. Auch ein Niesen ist grundsätzlich zu unterdrücken.

Selbst bei starkem Aufkommen von Hunger: Auf der Straße oder in öffentlichen Verkehrsmitteln zu essen, gilt als ein großer Ausrutscher. Und von wegen: „Nase sauber – Taschentuch voll, ab damit in die Hosentasche...“ – weit gefehlt. Benutzte Taschentücher werden in Japan sofort entsorgt.

Baden in Gemeinschaft

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Das Baden in der Gemeinschafts ist aus dem Leben der Japaner nicht wegzudenken. Auch hier gilt es, sich an die Regeln zu halten: Das Bad dient hierbei jedoch der Entspannung, nicht etwa der Reinigung. Nur wer sich vorher gründlich gewaschen bzw. geduscht hat, darf in das Gemeinschaftsbad steigen. Seifenschaum in der Badewanne ist tabu. Vorsicht: Badewasser in Japan gilt als besonders heiß.

Die Vier wird gemieden

Unglück bringt die Zahl Vier: Sie wird shi ausgesprochen und ist damit phonetisch (also klanglich) gleichbedeutend mit dem Wort für Tod. Daher wird die „4“ im Alltag meist umgangen, auch Hotelzimmer mit der Nummer „vier“gibt es oftmals nicht.

Das Verbeugen

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Im Westen ist hinlänglich bekannt, dass sich Japaner nicht die Hand geben, sondern verbeugen, - etwa zur Begrüßung, beim Abschied oder um Dank und Respekt zu zeigen. Eine Verbeugung sollte man auf jeden Fall erwidern - mit einer Ausnahme: Mitarbeitern von Hotels, Restaurants und Geschäften, die sich vor Kunden verbeugen, entgegnet man lediglich ein freundliches Zunicken. Wie man sich verbeugt, hängt überdies vom jeweiligen Anlass und dem Gegenüber ab.

Schenken und beschenkt werden

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Geschenke haben in Japan eine große Bedeutung und Tradition. Sie werden zu den unterschiedlichsten Gelegenheiten überreicht. So schreiben Japaner z.B. auf Reisen keine Postkarten, sondern bringen Freunden oder Vorgesetzten ein Souvenir mit – meistens regionale Spezialitäten, wie etwa Süßigkeiten, Wein oder Schnaps. Diese Mitbringsel heißen in Japan o-miyage. Unter temiyage verstehen Japaner kleine Geschenke, mit denen man sich für eine Einladung bedankt. Von Gästen werden gerne Kuchen, Wein oder Sake Reiswein, klares oder weißlich-trübes
alkohol. Getränk aus Japan,
ca. 15-20 Vol.% Alkohol,
in China bis zu 40 Vol. %
verschenkt.

Zweimal im Jahr überkommt die Japaner geradezu ein wahrer Geschenkerausch, dessen Ursprünge lange zurückliegen: Familien, die einen Todesfall zu beklagen hatten, erhielten früher entweder im Sommer oder im Winter ein Geschenk. Mittlerweile ist die Zielgruppe jedoch deutlich gewachsen. So verschicken Japaner zu den beiden Terminen Geschenke an Vorgesetzte, Lehrer, Geschäftspartner und alle Personen, denen sie zu Dank verpflichtet sind.

Die Geschenke im Sommer heißen o-chugen und werden im Juni und Juli überreicht.
Die Geschenke zum Jahresende heißen o-seibo und sollten zwischen dem 1. und 20. Dezember beim Beschenkten eintreffen.

Unter Verwendung der Seite: arbeiten-in-japan.de

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