Kyffhäuserpokal Kelbra 2004 - Bericht

am .

10. Karate-Kyffhäuserpokal: 362 Aktive im Pokalfieber - 15 Sportler aus Lettland schreckt weite Anreise nicht - 155 Zuschauer begeistert

Zum 10. Male trafen sich Karatesportler aus Bayern, Niedersachsen, Hessen, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Brandenburg und Thüringen zum alljährlichen Kyffhäuser-Pokal im März. Der Stellenwert dieses Turniers zeigt uns immer wieder die hohe Resonanz an Teilnehmern und Zuschauern. Erstmals waren 15 Karatekas vom Karateklub „Neguss" Jurmala aus Lettland mit am Start. Mit einem Bus legten sie an zwei Tagen die etwa 2800 Kilometer nach Kelbra zurück.

Nicht nur das Verlieren und Gewinnen lernen

Auch in diesem Jahr begannen die vielen Kinder und Schüler die Wettkämpfe. Da dieses Turnier auch als reines Nachwuchsturnier ausgeschrieben war, waren viele Kinder und Schüler das erste Mal am Start. Diese sollten nicht nur das Verlieren und Gewinnen lernen, sondern auch ihren inneren Schweinehund zu besiegen. Vor so vielen Zuschauern und Teilnehmern allein eine Kata (vorgeschriebene Bewegungsform) zu laufen, ist schon eine Herausforderung.

Den ersten Pokal für den gastgebenden Verein holte überraschend Katy Zschörnig im Kumite-Einzel der Kinder weiblich (Weiß-und Gelbgurte/ 9.-8. Kyu). Isabelle Wichert war Minuten später die zweite Überraschung. Sie gewann im Kumite-Einzel der Orange-und Grüngurten (7.-6. Kyu).

Julia und Jeremy wirkten wie umgewandelt

Im Kata-Bereich hatte man auch berechtigte Hoffnung auf einen Sieg. Im Kata-Einzel gingen Jeremy Werner und Julia Kellermann ins Rennen. Unkonzentriertheiten ließen beide unter den Erwartungen bleiben. Im Kata-Teamwettbewerb errangen sie mit Isabelle Wiehert einen guten zweiten Platz - die einzige „Heim-Medaille" im Kata-Bereich.

Nach ihrer verpassten Kata-Chance wirkten Julia und Jeremy im Kumite-Wettbewerb wie umgewandelt. Jeremy zog in seinem Pool durch und gewann am Ende den Pokal. Julia kämpfte sehr diszipliniert, hatte aber im Finale Pech bei einem fragwürdigen Kampfrichterentscheid. Sie verlor knapp mit 2:3 gegen die Waltershäuserin Julia Friedensohn.
Bei den Jungen setzten sich erstmals Lukas Langenhahn und Ronny Riemann in Szene. Sie holten einen guten zweiten und dritten Platz im Kumite der Kinder männlich (9. bis 8. Kyu).

Neben den vielen Platzierungen der eigenen Sportler muss man auch die starke Leistung der Sportfreunde vom USV Erfurt hervorheben. Diese beherrschten im Kata-Bereich alle Disziplinen und legten damit den Grundstein für den Gesamtsieg. Nach der Siegerehrung der Kinder und Schüler begannen gegen 15.30 Uhr die Wettbewerbe der Jugend und Senioren.

Außer den so genannten Anfängern kommen Jahr für Jahr auch viele Athleten aus den jeweiligen Kaderschmieden der Vereine und Verbände der umliegenden Bundesländer, aber auch Nationalkaderathleten, die auf internationaler Ebene den Deutschen Karateverband vertreten. Sie nutzen dieses Turnier, um sich auf die jeweiligen Landes- und Deutschen Meisterschaften vorzubereiten.

Bei der Jugend beherrschten die Kaderathleten des USV Erfurt im Kata-Bereich und die Kaderathleten des Bushido Waltershausen im Kumite-Bereich fast nach Belieben die Konkurrenz.

Tina ohne Fortune

Die Sportfreunde aus Lettland aber holten hier ihren ersten Pokal im Kumite der Jugend männlich (- 65 kg). Alle teilnehmenden Sportfreunde freuten sich mit für die lettische Delegation. Im Kumite (- 53 kg) der jungen Damen kämpfte sich Sarah Reichelt auf einen achtbaren dritten Platz vor.

Ihre Vereinskameradin Tina Poranski kam auf den undankbaren vierten Platz. Beide zeigten sich in ihrer Gewichtsklasse kämpferisch stark, aber leider ohne Fortune. Bei den Jungen zeigten die Gorslebener Michael Steinike und Clemens Jehnike im Kumite ihrer Gewichtsklasse gute Leistungen und kämpften sich somit bis ins Finale durch. Dort verloren sie äußerst knapp und wurden am Ende jeweils Zweiter. Aber selbst der zweite Platz war eine Überraschung, denn sie erkämpften diese Medaillen in der Kategorie Kumite ab 5. Kyu (Blaugurt), selbst tragen sie jedoch erst den 6. und 7. Kyu (Grün- und Orangegurt).

Bei den Senioren ruhten die größten Hoffnungen auf Nico Wojna. In seiner Gewichtsklasse bis 75 kg verlor er in der dritten Runde gegen den Letten Alexander Popov, der auch am Ende den zweiten Pokal für die Balten holte. So blieb Nico nur der dritte Platz, obwohl mehr drin war. In der Gewichtsklasse + 75 kg überraschte der Frankenhäuser Markus Andree seinen Trainer und auch seinen Anhang. Mit seinen schnellen Beintechniken setzte er sich gegen erfahrene ältere Kämpfer bis ins Finale durch. Hier unterlag er nur knapp mit 0:1 dem Jenenser Elmar Voigt. Nico holte als Draufgabe noch Bronze in der Allkategorie.

Gegen 20.30 Uhr war dann auch der 10. Kyffhäuser-Pokal Geschichte. Den Gesamtsieg in der Vereinswertung holte sich zum dritten Mal der USV Erfurt vor dem Bushido Waltershausen und dem gastgebenden Verein. Damit ging der Wanderpokal in die Landeshauptstadt und bleibt dort bis zur 11. Auflage im März 2005.

High Quality Free Joomla Templates by MightyJoomla | Design Inspiration FCT