LG mit Shihan L. Ratschke 2012 - Bericht

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Karate-Großmeister beehrte Frankenhäuser Dojo

Shihan Lothar Ratschke (7. Dan) veranstaltete Shotokan-Ryu-Seminar in Bad Frankenhausen

Vom 14.-15. April 2012 stand ein wichtiges Ereignis im Frankenhäuser Kyffhäuser-Karate-Dojo an: Der Erfurter Karate-Meister Lothar Ratschke (7. Dan) arrangierte trotz seines prall-vollen Terminplanes ein Karate-Seminar im hiesigen Karateverein. Dementsprechend groß war auch der Zuspruch der zahlreichen Teilnehmer. Und das, obwohl analog am Wochenende als weiterer Höhepunkt der Kyffhäuserberglauf auf dem Programm stand.

Das hieß für Chef-Organisator und Dojoleiter Olaf Reichelt (4. Dan) dann auch erst einmal Sicherung der Örtlichkeit, genauer gesagt: der Schulhof der der Förderschule. Denn die „Läufer“ waren gewöhnt, diesen Schulhof als Parkplatz in Beschlag zu nehmen. So wurde zunächst Aufklärungsarbeit bezüglich alternativer Parkplatzmöglichkeiten geleistet, sodass pünktlich um 9.30 Uhr der erste Durchgang starten konnte.

So kamen bei kühlen Temperaturen jedoch strahlenden Sonnenschein immerhin 92 Karateka ins Frankenhäuser Dojo. Die weiteste Anreise dabei hatten Teilnehmer aus Duisburg und Oldenburg.

Der Ruf Lothar Ratschkes ist eben im Bundesgebiet ein ganz besonderer Maßstab. Schade eigentlich nur, dass aus der hiesigen Region, Karate-Hochburgen wie Sondershausen oder Nordhausen nicht vertreten waren.

Aber nicht nur unter den eingefleischten Karateka ist ein „Ratschke-Lehrgang“ in jeder Hinsicht ein Erlebnis. Der Shihan (jap. „Lehrmeister“, „Vorbild“) war noch Schüler bei dem verstorbenen Prof. Taiji Kase, welcher selbst bei Shotokan-Karate-Gründer und Urgestein Gichin Funakoshi in die Lehre ging.

Lothar Ratschke ist auch einer der wenigen Meister, der seine hohen Graduierungen immer vor einer Prüfungskommission ablegte, was nicht unbedingt üblich ist. Oft wird der Titel Shihan einfach „nur“ verliehen.

Der stoische Erfurter ist bekannt dafür, dass er das Training u.a. mit kleinen Anekdoten über das japanische Karate bereichert, was nicht nur bei den „reiferen“, fortgeschrittenen Teilnehmern beliebt ist, sondern auch die Jüngsten (5 Jahre) begeistert, wenn sich der Großmeister für einen kleinen Spaß am Rande nie zu schade ist.

Shihan Lothar J. Ratschke
Geschätzt sind sein umfassendes Wissen und Können sowie seine Anekdoten

So wurde in drei verschiedenen Gruppen (Unterstufe, Mittelstufe und Oberstufe) von den beiden Meistern Lother Ratschke und Olaf Reichelt verschiedene Kumite-(Freikampf)-Übungen nach Schwierigkeitsgraden für die jeweiligen Gruppen vermittelt. Aber auch Kata (Formen, der Kampf gegen einen imaginären Gegner) wurden intensiv trainiert.

Bei der Anwendung der Faust- und Fußtechniken legten beide Meister immer wieder großes Augenmerk auf deren richtige Ausführung auf die entsprechenden Atemi-Punkte am Körper, um eine optimale Wirkung beim potentiellen Gegner zu erzielen.

Jedoch erklärte Meister Ratschke immer die Wirkung der einzelnen Technik bzw. wies auf deren mögliche Folgen hin. Wie schon erwähnt kam dabei der geschichtliche Aspekt nicht zu kurz.

Shihan Lothar Ratschke kam es dabei nicht unbedingt auf die Fähigkeit darauf an, jemanden „mit einem Finger“  zu entwaffnen oder zu bekämpfen, sondern er legte viel mehr Wert auf die richtige und realistische Ausführung der Technik.

Für das leibliche Wohl zwischen den kalorienzehrenden Trainingsstunden wurde natürlich gesorgt.
Heiße Würstchen, leckere Soljanka und diverse belegte Brötchen, sowie Getränke nach Gusto wurden - wie schon in den Jahren zuvor - von Familie Hesse serviert.

Nach den anstrengenden Trainingseinheiten traf man sich zum Samstagsausklang im Restaurant „Orchidee“ zum gemütlichen Beisammensein. Dabei wurde gewiss aus dem einen oder anderen Nähkästchen geplaudert.

Am Sonntag standen noch einmal drei Stunden Training und die Prüfungen in den entsprechenden Graduierungen an, welche fast alle Prüflinge bestanden.

Cheftrainer Olaf Reichelt konnte mit Verlauf und der regen Teilnahme sichtlich zufrieden sein und Meister und Freund Lothar Ratschke wieder nach Erfurt verabschieden.

Jedoch wird es nur ein kurzer Abschied sein, denn man trifft sich bereits in gut acht Wochen (22.-24. Juni 2012) zu einem großen Jubiläum wieder: Das alljährliche Karate-Camp am Stausee in Kelbra („Gasshuku-Do“) feiert sein 20. Mal. Ein Ereignis, bei dem vier Karate-Meister an drei Tagen ihr Wissen und Können zum Besten geben, und Organisator Reichelt schon jetzt verspricht: „Es wird wieder viel geboten, und der Spaß kommt auch nicht zu kurz…“

Mehr will er aber nicht verraten.

Jens Schreiber

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