LM Kinder Meuselwitz 2006 - Bericht

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Tag der Vizemeister - Lukas überraschte

Karate-Landesmeisterschaften der Kinder auf hohem Niveau

Am vergangenen Samstag, zu den diesjährigen Landesmeisterschaften der Kinder im Karate, machten sich diesmal die Wettkämpfer auf den Weg nach Meuselwitz. Lange nicht mehr waren so viele Kinder bei den Landesmeisterschaften in Thüringen angetreten wie in diesem Jahr. Allein 36 Kinder vom Musashi Weimar nahmen an den Meisterschaften teil.

Selbst die Gastkampfrichter aus Sachsen waren von unseren Kindern begeistert

Aber nicht nur die Masse war beachtlich, sondern auch die Klasse. Selbst die Gastkampfrichter aus Sachsen (mit Bundes-Kampfrichterlizenz) waren von unseren Kindern begeistert. Ob im Bereich der Kata (Bewegungsformen) oder im Jiyu–Kumite (Freikampf) zeigten alle gute und sehr gute Leistungen.
Unter ihnen auch eine kleine Riege von fünf Kindern und vier Erwachsenen aus dem Kyffhäuser-Karate-Dojo.

Die Jüngste, Chelsea Müller, musste schon zeitig auf die Matte und konnte in der Klasse Kinder B-Kata weiblich nicht ganz überzeugen. Zu groß war die Aufregung der Newcomerin bei ihrer ersten Landesmeisterschaft. So musste sie sich schon in der zweiten Runde verabschieden. Im Kumite erging es ihr nicht anders. Zwar kam sie hier auf einen abschließenden siebten Platz, aber sie selbst hatte sich mehr vorgenommen.

Am Mittag wurde es dann auch für die Kinder der Kategorie A (10 bis 12 Jahre) mit Lukas Langenhahn, Jeremy Werner, Isabel Kratz und Lisa Hesse ernst. Für alle war es die 3. Landesmeisterschaft und entsprechend waren auch die Erwartungen bei Trainern und Eltern.

Kata-Team

Die LM begann wie immer mit Kata-Team als erste und auch schwere Prüfung. Es lief auch alles wie am Schnürchen, Sieg über Meuselwitz, Weimar und dann traf man auf Erz-Rivalen USV Erfurt. Hier verlor man - wie schon im Vorjahr - das Poolfinale und kam am Ende auf einen beachtlichen 3. Platz - ebenfalls wie im Vorjahr. Beachtlich deshalb, weil sich in der Vorbereitungsphase Jeremy Werner am Fuß verletzte und 5 Wochen nicht trainieren konnte. Real blieb so gerade mal ein Training vor der Landesmeisterschaft.

Im Kata-Einzel (mit 36 Startern) dann, sollte Fortuna für Jeremy nicht gut gewogen sein - weiter als die erste Runde konnte er nicht für sich verbuchen und schied in der zweiten Runde an Felix Bössel vom USV Erfurt aus. Im zweiten Pool der gleichen Gruppe, kämpfte sich unbeeindruckt von seinem Gegner Lukas Lagenhahn durch und erreichte - zur Überraschung aller - das Finale. „Er sollte den Kata-Wettbewerb zum Warmmachen und Nervositätsbewältigung nutzen und jetzt steht er im Finale ich fasse es nicht...“, so sein Trainer Olaf Reichelt. Hier unterlag er knapp dem Erik Hinrichts vom USV Erfurt.

Technik vor Rhythmik - oder doch nicht...?!

Bei den Mädchen kämpfte Lisa Hesse sich bis in die zweite Runde und verlor gegen Susanne Stockmann aus Weimar. Bei Isabel Kratz reichte es sogar bis ins Poolfinale, hier unterlag sie nur knapp mit 1:2 der Weimarin Kortinkow. In der Trostrunde um Platz drei verlor sie unmissverständlich mit 1:2 gegen die Lobensteinerin Spitzer. Am Ende war es Platz sieben und fünf für die Mädchen. Festzustellen war, dass auch bei den Kindern die Kampfrichter im Kata-Bereich die übertriebende Atmung und Ausstrahlung vor der eigentlichen Technik höher bewerteten. Als ehemaliger aktiver Kampfrichter wurde uns immer eingebläut: Technik vor Rhythmik, aber dies scheint heute nicht mehr relevant zu sein.

Isabel - geschlaucht vom Poolfinale

Isabel machte da schon eine bessere Figur. Sie gewann ihre ersten Kämpfe souverän und zog ins Poolfinale ein. Hier traf sie auf eine ebenbürtige Susanne Stockmann. Beide gaben alles. Die Führung wechselte ständig, und am Ende hatte die Weimarin mit 7:6 die Nase vorn. Isabel hatte sich nichts vorzuwerfen und wollte jetzt noch wenigstens die Bronzemedaille. Geschlaucht vom Poolfinale fehlte ihr dann aber die Kraft und kam am Ende auf einem undankbaren fünften Rang.

Nach einer kurzen Atempause ging es weiter mit dem Kumite. Hier begannen auf allen vier Kämpfflächen die Wettkämpfe fast zu gleich. So hatten die Betreuer und Trainer (Dominik Abt und Olaf Reichelt) mächtig zu tun um ihre Schützlinge zu coachen. Lisa durfte gleich als erste mit ran. Sie zeigte jedoch zuviel Respekt gegen die Weimarin Seupt und verlor ihren ersten Kampf.

Im Kumite der Jungen überraschte Jeremy Werner gleich seinen Betreuer Dominik. Er gewann seinen ersten Kampf gegen den Mitfavoriten Sven Otterer vom Bushido Waltershausen mit 3:2. Nach der Freude kam der Schmerz, Jeremy verletzte sich in diesem Kampf erneut am Fuß und musste in der zweiten Runde aufgeben. Es war einfach nicht sein Tag.

Anders lief es bei Lukas, der sehr konzentriert und vor allem kontrolliert seine Kämpfe in den ersten Runden souverän (10:3; 8:0,8:2) gewann. Selbst die Thüringer Kampfrichter lobten ihn für seine starke Entwicklung gegenüber dem Vorjahr. Im Poolfinale traf er auf dem einen Kopf größeren Kevin Birkenfeld aus Weimar. Nach der regulären Kampfzeit hieß es 4:4. So musste die Verlängerung über Sieg und Niederlage entscheiden. Ähnlich wie beim Fußball (golden Goal) fiel die Entscheidung, wer die erste wertbare Technik bringt, gewinnt. Mit einem blitzschnellen Fauststoß zum Bauch seines Gegners, hatte Lukas den Sieg in der Tasche. Er freute sich erneut über eine Finalteilnahme.

Im Finale traf er auf den kleineren Felix Bössel. Dieser war so flink, dass unser schwergewichtiger Lukas Probleme bekam ihn zu treffen. Am Ende war es dennoch ein toller Vizemeistertitel (1:2) und die Nominierung in den Landeskader Kumite der Schüler. Denn in ein paar Wochen zählen unsere Kinder A zu den Schülern und das heißt am 03. März 2007 sind die nächsten Landesmeisterschaften in Sondershausen.

Für die letzte große Überraschung an diesem Tag sorgten die Mädchen.
Im Kumite der Teams mit Lisa Hesse, Isabel Kratz und der kleinsten, Chelsea Müller, setzte der Trainer ein Team zusammen, welches noch nie so zusammen gekämpft hatte. „Sie sollen Erfahrungen sammeln, und die beiden größeren noch eine Chance zur Rehabilitierung erhalten“, so der Heimtrainer Olaf Reichelt. In ihrer ersten Begegnung, konnten sie sich alle drei durchsetzen.

Im Halbfinale stand das erste Team von Musashi Weimar als Gegner gegenüber. Mit der Sicherheit die Bronzemedaillen in der Tasche zu haben, kämpften die Mädchen wie entfesselt. Lisa hielt sich im ersten Kampf gegen die stärkere Landesmeisterin Stockmann wacker und errang ein Unentschieden. Als zweite Kämpferin trat Isabel an. Sekunden vor Schluß, überraschte sie mit einem Halbkreisfußtritt zum Kopf ihrer Gegnerin und machte somit aus einem 2:3 ein 5:3 Sieg. Nun musste die Kleinste sich ins Zeug legen.

 Chelsea Müller (r.)

Chelsea wuchs unter den lautstarken Anfeuerungen der mitgereisten Eltern über sich hinaus und holte mit einem 5:5 den Einzug ins Finale für ihr Team. Hier wartete die zweite Mannschaft vom Musashi Weimar auf unsere strahlenden Mädchen. Aber im Finale musste man sich dann doch klar geschlagen geben. Am Ende ein nie erwarteter Vizelandesmeistertitel für die kleinen Damen.

So konnten alle fünf Teilnehmer mit ihren erkämpften Medaillen die Heimreise antreten. Damit ist jedoch die Saison noch nicht beendet. Weitere Wettkämpfe stehen schon im Terminkalender der Trainer und Eltern. Und am Ende des Jahres steht die nächste Gürtelprüfung an.

Jens Schreiber

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