LM Kinder Sondershausen 2004 - Bericht

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Karate-Kids des KKD wurden ihrem Ruf gerecht

Mit einem Start bei Landesmeisterschaften sollen Sportler belobigt werden, die vorher fleißig trainierten und für sich und ihren Verein Erfolge erzielten. So war es auch nicht verwunderlich, dass zum Titelkampf der Thüringer Karate-Kinder in Sondershausen nur 90 Kinder aus 12 Vereinen antraten. Aber dies waren die Besten im Verband, selbst wenn einige ihr Debüt gaben.

Reichelts Schützlinge knüppelten Sondereinheiten

Wie immer begannen die Jüngsten (Kinder B bis 10 Jahre). Im Kata-Team-Wettbewerb hatten Jeremy Werner, Isabel Kratz und Lukas Langenhahn als Team des Kyffhäuser-Karate-Dojo berechtigte Final-Hoffnungen. Was knüppelten sie doch unter Trainer Olaf Reichelt für Sondereinheiten. Zum Anfang sah es auch aus, als würden die Hoffnungen erfüllt, aber dann im Halbfinale gegen Bushido Waltershausen kam die Ernüchterung - 1:2 Kampfrichterstimmen. Für viele nicht nachvollziehbar. Die Kleinen waren zwar geschockt, zeigten dann aber Größe und holten sich wenigstens den dritten Platz.

Von nun an jagte eine Überraschung die nächste. Lisa Hesse zog als Gelbgurt ins Finale im Kata-Einzel der kleinen Mädchen ein, gewann Silber. Zuvor sicherte sich Isabel Kratz Bronze. Bei den Jungen lagen alle Hoffnungen auf Jeremy Werner. Die Konkurrenz war stark, aber er spulte seine Katas ab wie ein Uhrwerk. Die Kampfrichter stimmten immer jeweils 3:0 für ihn. Gegen 22 Kontrahenten verteidigte er seinen Titel. Aber dann begann es zu kribbeln: Erstmals mussten Jerry und Lukas Langenhahn im Kumite (Freikampf) ran. Jerry hatte unter den 28 Teilnehmern kein Losglück, erwischte gleich Sascha Ludwig von Nippon Gotha, ein absolutes Naturtalent mit internationaler Erfahrung und Titeln. Er ließ allen Gegnern nicht den Hauch einer Chance (je 8:0).

Per Nacht-Anruf Cedric Klaus als 3. Mann verpflichtet

Jerry kam in die Trostrunde, er musste jetzt die meisten Kämpfe machen, um sich noch den 3. Platz zu holen. Und das machte er, genau wie schon zuvor überraschend Lukas Langenhahn! Die größte aller Sensationen lieferte aber das Kumite-Team der Jungen, das erst am Vortag formiert worden war. Nach einem nächtlichen Anruf von Falk Neumann (Coach von Rot-Weiß Sondershausen) bei Olaf Reichelt entschied man sich, mit Lukas und Jeremy auch Cedric Klaus aus Sondershausen aufzubieten. Die Trainer hofften, vielleicht eine Bronzemedaille zu gewinnen. Aber was die Jungen dann zeigten, riss sogar die Zuschauer auf den Rängen hoch. Erst schalteten sie im Halbfinale Mitfavorit Bushido Waltershausen mit 3:0 aus, dann puschten sie sich im Finale gegen Topfavorit Nippon Gotha mit Sascha Ludwig förmlich hoch.

Gegen Ludwig hatte zwar auch Lukas Langenhahn nichts zu bestellen (0:6), aber danach wachte der Sondershäuser LM-Debütant Cedric Klaus nach 0:4-Rückstand auf und gewann mit viel Herz noch 6:4. Jetzt lag es an Jerry. Auch er hatte mächtig zu tun. Erst führte er, dann sein Gegenüber. In den letzten 30 Sekunden des Kampfes drehte Jerry auf. Mit zwei Mawashi-Geri (Halbkreisfußtritten) zum Kopf seines Gegners bekam er jeweils drei Punkte (Sanbon). So gewann er 8:4 und das Team den Titel.

Falk Neumann und Olaf Reichelt freuten sich für ihre Jungs - Eltern und Großeltern aus Sondershausen und Bad Frankenhausen feierten gemeinsam ihre Kinder. Mit zwei Titeln und zwei dritten Plätzen, war Jeremy Werner der erfolgreichste Teilnehmer an diesem Tag.

"Geharnischte Worte" für Julia

Bei den großen Kindern (11 und 12 Jahren) gingen nur Julia Kellermann und Kathy Zschörnig ins Rennen. Kathy sollte bei ihrem Debüt kein Glück haben. Schon beim Aufwärmen verletzte sie sich am Fuß. Unter Schmerzen stellte sie sich dennoch dem Kampf, konnte aber ihr Handicap nicht überspielen. Sie schied schon in der Vorrunde aus. Julia Kellermann erreichte im Kata-Einzel-Wettbewerb nicht die ersehnte Medaille, aber dafür im Kumite. Auch hier waren 27 Mädchen am Start. Das Niveau war äußerst hoch, so schätzte es auch Klaus Bitsch (Landestrainer Thüringen) ein.
Julia kämpfte sich bis ins Halbfinale, unterlag dort ihrer Kontrahentin vom Bushido Waltershausen wegen zu hartem Kontakt mit 4:6.

In der Trostrunde kämpfte sie anfangs wie gelähmt, scheinbar noch geschockt vom Vorkampf. Innerhalb kürzester Zeit lag sie 0:5 zurück. Nach "geharnischten" Worten ihres Trainers Olaf Reichelt wurde sie munter, kämpfte sich Stück für Stück an die Meuselwitzerin heran. Zum Schluss des Kampfes stand es 11:7 für Julia.

Wie entfesselt ließ sie ihrer Gegnerin im anschließenden Kampf um Platz drei keine Chance. Mit 6:0 siegte sie klar und gewann Bronze. Obwohl Kathy Zschörnig längst ausgeschieden war, blieb sie mit ihren Eltern bis zum Ende bei ihrer Sportfreundin Julia Kellermann. Kathy diente Julia immer wieder als Sparringpartner zwischen den Kämpfen. Eine tolle Einstellung, einige andere wären schon nach Hause gefahren, auch dies zeichnet einen guten Karateka aus.

O. Reichelt

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