Meikyo

am .

Meikyo
Kanji-Schriftzeichen

(jap. „klarer Spiegel“) ist eine Kata aus dem Shotokan-Karate. Der ursprüngliche Name der Meikyo war Rohai; unter diesem Namen wird die ältere Variante der Kata heute noch im Wado-Ryu geübt, im Shorin-Ryu und Shito Ryu sogar eine Serie von drei Kata (Rohai Shodan, Nidan und Sandan)

Der Name stammt vermutlich von der einleitenden Bewegung, in welcher der Kämpfer beide Handflächen nach oben vor sein Gesicht hält, als würde er in einen Spiegel sehen. Ähnlich wie in der Kankudai könnte die erste Technik also als eine symbolische verstanden werden, die der Kata den Namen gibt.

Die Kata nimmt bei der Aufzählung im Shotokan meist den letzten Platz ein, was ihren hohen Anspruch verdeutlicht. Als Interpretation des Namens wird sehr oft „Spiegel der Seele“ angegeben, der Kämpfer soll also in der Übung sich selbst erkennen.

Zusätzlich liegt der Kata ein spiegelbildlich aufgebauter Ablauf (spiegelbildliches Embusen) zugrunde, was jedoch auch in anderen Kata vorkommt.

Eine andere Beziehung könnte man zu den kaiserlichen Insignien Japans ziehen. Eines der drei Insignien ist der Spiegel „Yata no kagami“ der sich im Schrein von IseShinto-Schrein,
jap. Heiligtum,
6 Mio. Pilger jährlich
befinden soll. Mit ihm soll die Sonnengöttin Amaterasu aus ihrem Versteck hervorgelockt worden sein, und so das Licht wieder in die Welt gebracht haben.

Gestützt wird diese Interpretation durch eine Aussage von Nakayama Masatoshi, dessen Lieblingskata Meikyo war. Er soll einmal gesagt haben (The Martial Arts von Michel Random) die Kata Meikyo habe große Ähnlichkeit zu einem Volkstanz, der ebenfalls dazu dient, die Göttin Amaterasu hervorzulocken.

Die Ursprungskata Rohai stammt von Okinawa und es gibt von ihr vier verschiedene Ausprägungen: Einerseits die sogenannte Matsumura Rohai und andererseits die Reihe Rohai Shodan, Rohai Nidan und Rohai Sandan, die von Itosu Yasutsune praktiziert wurden. Die Ähnlichkeiten legen heute nahe, daß Meikyo aus Itosus Rohai hervorging. Die Beschreibungen der Kata, wie sie von Nakayama und Kanazawa in ihrer jeweiligen Literatur gegeben werden widersprechen sich in einigen Details und es werden daher unterschiedliche Varianten gelehrt.

Als fortgeschrittene Kata führt Meikyo auf diverse Grundtechniken zurück, die schon in den Heian-Kata zu finden sind. Dies weist darauf hin, dass man nie auslernt und die Techniken, welche man anfänglich gelernt hat, nicht vernachlässigen soll.

Diese Kata zeichnet sich durch den Sanku-Tobi (Dreieck-Sprung) am Ende der Kata aus. Man schreibt diesem Sprung geheime und geistige Fähigkeiten zu. Die Kata besteht aus 34 Bewegungen.

High Quality Free Joomla Templates by MightyJoomla | Design Inspiration FCT